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Angerer Frühling

40 Jahre Kultur in der Region Anger

Vorwort des Initiators

Es ist ein Versuch, 40 Jahre Kulturschaffen darzustellen und dabei auf Vollständigkeit zu verzichten und dafür Einmaliges, Kreatives, Humorvolles, Menschliches und Interessantes in den Blickpunkt zu rücken.

Laut einer Vereinbarung mit dem Vize-Bürgermeister der Marktgemeinde Anger, DI Hannes Grabner, und nach den Ideen von Luis Maier und Edi Stuhlhofer soll ein  Magazin mit dem Titel „40 Jahre Kultur in der Region Anger“ entstehen. Mir ist der Bereich „Angerer Frühling“ von 1981 bis 2010 zur Aufarbeitung zugefallen. Ich sitze inmitten meines Ordnergewirrs: Angerer Frühling – seit 1981 bis 2010, Principal-Orgel-Verein
– seit 1997, St.-Ulrich-Verein – seit 1969, Blick um Anger
– seit 1975, Marktbücherei Anger
– seit 1974, Fotoalben, Zeitungsberichte.

Ich sitze immer noch inmitten meiner Quellen und Nachweise und blättere und lese.
An vieles kann ich mich noch erinnern. Manchmal übersah ich die Zeit, weil es so spannend ist, alten lebendigen Geschichten nachzuhängen. So ein Jubiläum – 40. Angerer Frühling – lädt zum Innehalten und Erinnern, zum Nachdenken und zum Dankesagen ein. Mir erscheint unsere gemeinsame Kulturarbeit wie eine Reise mit einem Ausgangspunkt vor vierzig Jahren.

Das Ziel haben wir noch nicht erreicht, aber viele Etappen mit Erfolg bewältigt. Nach dreißig Jahren haben meine Frau Herlinde und ich das Steuer im Jahre 2010 in die Hände von Frau HDir Anna Buchgraber gelegt und uns als einfache Reisebegleiter angeschlossen. Damit Sie einen Eindruck von der Vielfältigkeit unserer Arbeit gewinnen, gebe ich zunächst einen Überblick über die Themen und Ausstellungen von 1981 bis 2010.

40 Jahre Kultur in der Region Anger

Zugegeben, es hat auch schon vor 1980 ein reges Kulturleben in der Pfarre Anger gegeben. Der Kirchenchor, der Singverein, die  Trachtenkapelle, die Bergkapelle Rabenwald, die Musikschule und Musikgruppen traten regelmäßig auf und die Marktbücherei veranstaltete Lesungen und Vorträge über moderne Literatur.

Das Jahr 1980 hat als Neubeginn deshalb Bedeutung, weil nach den Gemeinderatswahlen die Arbeitsgemeinschaft der Kulturreferenten der Gemeinden Anger, Baierdorf, Feistritz, Floing und Naintsch gegründet wurde und mit ihr kam der „Angerer Frühling“ auf die Welt. Diese Arbeitsgemeinschaft hat die Aufgabe übernommen, gemeinsam kulturelle Veranstaltungen zu organisieren und durchzuführen und eine Terminplanung für alle  eranstaltungen zu initiieren. Die erste Möglichkeit sich öffentlich zu bewähren, bot die Feier anlässlich des Geburtstages der Steiermark im Jahre 1980. Es wurde ein gelungenes Fest und die Verantwortlichen beschlossen, die Arbeitsgemeinschaft nicht aufzulösen, sondern weiterzuführen und im Jahr darauf wurde erstmals der Angerer Frühling durchgeführt.

Erster Angerer Frühling

Diese Arbeitsgemeinschaft der Kulturreferenten der Gemeinden in der Pfarre Anger setzte sich aus je einem Vertreter der Gemeinden, einem Vorsitzenden, seinem Stellvertreter und einem Schriftführer zusammen. Die Gründungsmitglieder waren HOL Alois Almer (Vorsitzender), Ferdinand Berger (Stellvertreter), Heinz Ganzer (Schriftführer) und die Vertreter der Gemeinden: Vizebgm. Josef Kothgasser für Anger, Vizebgm. Willi Maier für Baierdorf, Ing. Franz Glößl für Feistritz, Vizebgm. Johann Gratzer für Floing und Herbert Schoberer für Naintsch. Die Obmänner der Vereine und die Verantwortlichen der Körperschaften im Bereich der Pfarre Anger wurden eingeladen mitzuplanen und mitzutun und ihre Veranstaltungen in der Zeit des Angerer Frühlings anzubieten. Fast alle haben die Einladung angenommen und zum allgemeinen Ziel wurde festgesetzt, mit möglichst vielen Menschen für möglichst viele Menschen an verschiedenen Orten der Pfarre kulturelle Veranstaltungen durchzuführen. Von Anfang an wurden die VertreterInnen der Kirche eingeladen, ihre wiederkehrenden Feste in die Planung hereinzunehmen. Das alljährige Pfarrfest wurde zum fixen Bestandteil des Programms. Nach einer umfangreichen Planungsphase trat nun diese Arbeitsgemeinschaft unter der Leitung von Alois Almer im Jahr 1981 in Aktion. Der 1. Angerer Frühling vom 23. bis 31. 5.1981 war ein voller Erfolg. Das Programm war vielseitig und umfasste kirchliche Bereiche, wie die Firmung durch Bischof Petrus aus Kamerun. Das Maisingen und Muszieren bei der Marktlinde folgten. Hier hielt der Herr Landesrat Prof. Kurt Jungwirth seine Festansprache und eröffnete die Ortsgalerie, die aus den Auslagen der Geschäfte bestand, in der unsere heimischen Künstler ausstellten: Prof. Mag. Herlinde Almer, Mag. Gerhard Kowald, Prof. Hannes Schwarz, Schulrat Brunhilde Stübinger und Prof. Peter Stübinger. Prof. Jungwirth kam auch in späteren Jahren immer wieder zu den Eröffnungen. Wir standen sozusagen unter seinem Schutz, was sich positiv auf unser Selbstbewusstsein und auf die Gewährung von Landessubventionen auswirkte. Der Reigen der Landespolitiker wurde am nächsten Tag fortgesetzt und konnte nicht mehr übertroffen werden. Der Herr Landeshauptmann Dr. Josef Krainer kam höchstpersönlich zur feierlichen Eröffnung der neuen Hauptschule, was den Herrn Bürgermeister Peter Stoppacher sehr freute. Was konnten wir jetzt noch aufbieten? Immerhin kam der Generalsekretär des Steirischen Herbstes, Dr. Paul Kaufmann, und las aus seinen satirischen Romanen. Umrahmt wurde die Veranstaltung im Rauchstubenhaus durch eine Gruppe der Musikschule Anger unter der Leitung von Emma Moser, die im Waxenegger-Trio hier noch oft auftreten sollte. Die Musik spielte wie auch späteren Veranstaltungen eine wichtige Rolle. Diesmal gab es eine Béla- Bartók-Gedenkfeier auf dem Hauptplatz und dann als musikalischen Leckerbissen gaben Prof. Ernst Kovacic (Violine) und Sunna Abram (Klavier) ein vielbeachtetes Konzert in der Vierzehn-Nothelfer- Kirche.

Das noch war noch längst nicht alles. Ich zähle

einfach auf: Theateraufführung, rhythmische Jugendmesse und Redecorner in Lebing zum Thema „Die Jugend ist bewegt. Was bewegt unsere Jugend?“ Fußballfreundschaftsspiel des SV RAIKA Anger gegen (Man höre und staune!) die Schi-Nationalmannschaft, Lesung mit Frau Gertrude Fussenegger, Treffen der auswärts lebenden Angerer, Konzert der Popgruppe „Magic“, buntes Programm für Kinder mit Tombola, Liederabend mit Mitsingen, Knappenabend, Festmesse, Pfarrfest mit den Musikkapellen, Maibaumumschneiden. Der „Blick um Anger“ brachte das detaillierte Programm in alle Haushalte und berichtete nachher über die einzelnen Veranstaltungen. 

St.-Ulrich-Verein

Sie kennen sicher den St.-Ulrich-Verein. Er, der sich um die Erhaltung und Sanierung wertvoller Baudenkmäler in der Pfarre Anger verdient gemacht hat und seit 1969 besteht, konnte mit zwei Erfolgsmeldungen aufwarten: In der Gemeinde Naintsch erstrahlten zwei Bildstöcke in neuem Glanz. Am 13. September wurde zunächst das Saurerkreuz geweiht, das von Frau Prof. Mag. Herlinde Almer künstlerisch gestaltet wurde. Anschließend gab es eine Feldmesse mit Weihe des von Dr. Miriam Porta und Akad. Maler Emmerich Mohapp restaurierten Grießbauer-Kreuzes.